Salutogenetische Orientierung in der Weiterbildung Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden


Tagungsbeitrag: APAM-Symposium.Gesundheit vor Ort fördern - Salutogenetische Orientierung in der Gemeinde. 19.-20.10.2007 in Göttingen

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Die Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden gewinnt in der Bundesrepublik Deutschland weiter an Bedeutung. In diesem Jahr wurde beispielsweise ein Präventionspreis für Gesundheitsförderungsprogramme oder -projekte im kommunalen Bereich vergeben. Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben das Setting Kommune in Ihren Empfehlungen zur Umsetzung des § 20 SGB V aufgenommen.

Die gesundheitsbezogene Projektarbeit im Handlungsfeld Kommune erfordert ein koordiniertes Zusammenarbeiten verschiedener Akteure aus Politik, Verbänden, Verwaltungen oder lokaler Initiativen. Die Mitarbeiter/-innen in lokalen Gesundheitsförderungsprojekten und -initiativen benötigen Kompetenzen zum Netzwerkmanagement. Darüber hinaus sind vor allem Kompetenzen zu Methoden und Instrumente einer systematischen und partizipativen Gesundheitsförderung erforderlich. Mit dem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden werden genau diese Kompetenzen für Praktikerinnen und Praktiker aus der kommunalen Gesundheitsförderung vermittelt. Neben den theoretischen und praktischen Grundlagen der Gesundheitsförderung werden themenübergreifende Kompetenzen im Projektmanagement, in der Kooperation und Netzwerkarbeit, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie Kompetenzen zur Anwendung von Methoden und Instrumenten der Qualitätssicherung und Evaluation vermittelt.

Die Weiterbildung wird an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) in Kooperation mit dem Verbund Hochschulen für Gesundheit e.V. angeboten. Sie wird nach 12 Monaten mit einem Zertifikat für kommunales Gesundheitsmanagement abgeschlossen. Die Weiterbildung ist als modulares, mediengestütztes Fernstudium mit regelmäßigen, 2-tägigen Präsenzphasen konzipiert. Das Studium ist in 6 Module gegliedert, für dessen Bearbeitung 7-8 Wochen vorgesehen sind. Jedes dieser Module wird durch eine Präsenzphase an der Hochschule Magdeburg eröffnet und abgeschlossen. In den Zeiten zwischen den Präsenzseminaren erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen interaktiven Studienführer auf CD-Rom sowie verschieden Studientexte und -materialien.

Ausgangssituation und modulübergreifende Studienaufgabe ist die Entwicklung eines eigenen Projektes zur Gesundheitsförderung im Stadtteil. Dieses didaktische Vorgehen ermöglicht die verknüpfte Vermittlung von Projektmanagementkompetenzen mit praxis- und anwendungsorientierten Methoden und Instrumenten der Gesundheitsförderung.

Salutogenetische Orientierung und Gesundheitsförderung in der Gemeinde

weiterbildung

Das Konzept Gesundheitsförderung hat einen wesentlichen Beitrag zum Paradigmenwechsel von der Krankheits- zur Gesundheitsorientierung für Gesundheitsberufe geleistet. Dieses Verständnis von Krankheit und Gesundheit ist allerdings noch längst nicht etabliert - auch nicht bei den Teilnehmenden der Weiterbildung Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden. Die Teilnehmenden sind Mitarbeiter/-innen aus Gesundheits-, Jugend- oder Sozialämtern, aus Netzwerkprojekten, Gesundheitshäusern oder Krankenkassen. Damit ist der berufliche Hintergrund der Zielgruppe sehr heterogen. Das verbindende Element ist aber, dass Ihre Perspektive auf Gesundheit tatsächlich biomedizinisch und pathogenetisch determiniert ist. Die Herausforderung der Weiterbildung ist es, diese Sichtweisen aufzubrechen und die Teilnehmer/-innen mit den Konzepten Gesundheitsförderung und Salutogenese vertraut zu machen.

Im Mittelpunkt der Weiterbildung steht das eigene Projekt, welches im Idealfall auch in die Praxis umgesetzt wird. Bei der Konzeption des Projektes werden Teilnehmenden für eine salutogentische Sichtweise sensibilisiert. Dies geschieht in einer kontinuierlichen kollegialen Reflektion der Projektfortschritte, vor allem in den Präsenzseminaren. Gerade in der Gemeinde ist die Frage nach personalen und kontextbezogenen Bedingungen für Gesundheit hilfreich. Genau diese Fragen sollten sich die Teilnehmenden stellen. Aus diesem Grunde wurde beispielsweise die virtuelle Stadt Sanopolis gegründet. Auf den multimedialen Studienführern kann die Stadt Sanopolis immer wieder "bereist werden".

Die Gemeindeorientierte Gesundheitsförderung basiert auf der Evidenz, dass die direkte örtliche Umgebung einen wesentlichen Einfluss auf Gesundheit und Krankheit hat. Die gesundheitsförderliche Gestaltung dieses Lebensumfeldes kann nur gelingen, wenn die wesentlichen Akteure aktiv beteiligt werden. Aus diesem Grunde sind neben der Salutogenese zwei weitere Prinzipien der Gesundheitsförderung unabdingbar: Partizipation und Empowerment.

Erfahrungen und Fazit

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Konzepte der Salutogenese, Partizipation und Empowerment drei wesentliche Bezugspunkte bei der Entwicklung von Projekten und Programmen der kommunalen Gesundheitsförderung darstellen. Mit Qualifikationsangeboten wie Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden kann es gelingen dieses grundlegende Verständnis von professionellem Handeln in weiteren Gesundheits- und Sozialberufen zu vermitteln.

Berufsbegleitende Weiterbildungs-Angebote bieten PraktikerInnen Möglichkeit zur Reflektion des eigenen Handelns und Tuns imkollegialen Austausch. Gruppengrößen von 12 bis 20 Teilnehmend unterstützen einen intensiven persönlichen Austausch. Ein weiteres Erfolgskriterium ist eine praxis- und anwendungsorientierte didaktische Aufbereitung der Lerninhalte Die Arbeit an eigenen Projektkonzepten hat sich für die Teilnehmenden als sehr motivierend herausgestellt. Der größte Teil der im Kurs vorgestellten Projektkonzepte kam aus der täglichen Arbeit und sie wurden tatsächlich in die Praxis umgesetzt. Diese Form des anwendungs- und entwicklungsorientierten Lernens in einem kollegialen Rahmen motiviert auch über die Studienzeit hinaus. Die Teilnehmenden an diesem Fernstudium haben auch zwischen den Präsenzphasen Kontakt untereinander gehalten und halten diesen auch nach Abschluss der Weiterbildung aufrecht.

Normen Girmann

 

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Neuer Kurs zur Kommunalen Gesundheitsförderung startet im Oktober 2014

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